Chemotherapie
Bei einer Chemotherapie werden verabreicht Zytostatika (Zellgifte). Diese Zellgifte wirken besonders auf die sich schnell vermehrenden Krebszellen und töten sie ab. Zytostatika greifen in den Teilungsprozess von Zellen ein, indem sie gezielt deren Vermehrung stoppen. In der Phase der Zellteilung sind die Zellen besonders empfindlich.
Bei primär fortgeschrittener Erkrankung kann eine der Operation vorgeschaltete Chemotherapie eine sinnvolle erste Behandlungsmaßnahme sein. Sie dient unter anderem der Tumorverkleinerung und verbessert die Chancen auf eine spätere brusterhaltende Operation.
Chemotherapiesitzungen werden üblicherweise ambulant durchgeführt. Intensive und nebenwirkungsreichere Therapien werden unter stationären Bedingungen durchgeführt.
Die Chemotherapie wird in einem Schema mit festen Zeitabständen verabreicht. Dabei werden Medikamente einzeln oder in Kombination, meist als Infusion oder Injektion, manchmal auch in Tablettenform verabreicht. Einen Abschnitt der Behandlung nennt man „Zyklus“. In der Regel gibt man sechs Zyklen, zwischen denen Pausen von einer bis drei Wochen liegen.
Die Zyklen sind notwendig, damit möglichst viele Krebszellen in der Teilungsphase getroffen werden. Durch mehrere Behandlungen können also auch diejenigen Krebszellen getroffen werden, die bei einer früheren Anwendung in der Ruhephase waren und sich nicht teilten.
Zytostatika wirken unterschiedslos auf alle Zellen, die sich schnell teilen. Dies sind nicht nur Krebszellen, sondern auch Blutzellen, Zellen des Verdauungstraktes, der Eierstöcke und der Haarwurzeln. Als Nebenwirkungen von Zytostatika können deshalb Haarausfall, Übelkeit, Fieber, Erbrechen und Durchfall, Haut- und Schleimhautreizungen auftreten. Diese Probleme verschwinden jedoch nach dem Ende der Behandlung wieder. Außerdem können sie durch die Gabe von Medikamenten reduziert oder vermieden werden.
Besonders empfindlich reagiert das blutbildende Knochenmark auf die Chemotherapie. Deshalb kann die Auswirkung der Behandlung an der Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut gemessen werden. Sinken sie unter ein Minimum ab, so ist die Behandlung zu unterbrechen, bis der Körper wieder ausreichend weiße Blutzellen gebildet hat. Mittlerweile besteht die Möglichkeit, durch bestimmte Medikamente die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen zu steigern.
Neoadjuvante Therapie
Bei großen Tumoren oder Tumoren mit entzündlicher Komponente kommt einer präoperativen oder neoadjuvanten Hormon- oder Chemotherapie eine große Bedeutung zu. Ziel ist es, den Tumor vorab zu verkleinern oder ganz zu beseitigen. In jedem Fall muß eine Operation angeschlossen werden. Manchmal wird durch eine neoadjuvante Therapie eine brusterhaltende Therapie ermöglicht. Die neoadjuvante Therapie ist ein klinischer Schwerpunkt unseres Zentrums