Probeentnahme
Falls bei einer Tastuntersuchung, Ultraschalluntersuchung ( Sonographie ) oder Mammographie ein auffallender Befund in der Brust festgestellt wird, sollte eine Gewebeentnahme dieses Befundes erfolgen. Hierfür stehen folgende Verfahren zur Verfügung
- Sonographisch (Ultraschall) geführte Stanzbiopsie
- Sonographisch (Ultraschall) geführte Vakuumbiopsie
- Stereotaktische (mammographische) Stanz- oder Vakuumbiopsie
- Offene Biopsie (d.h. operative Entfernung) ggf. mit präoperativer Markierung
Das entnommene Gewebe wird dann feingeweblich (histologisch mikroskopisch) untersucht. Im Falle von gutartigen Veränderungen ist kein weiterer Eingriff erforderlich. Im Falle von bösartigen Veränderungen oder Vorstufen bösartiger Veränderungen muss der auffallende Gewebebezirk mit einem größeren „Sicherheitsrandsaum“ in einer Operation entfernt werden.
Sonographisch geführte Stanzbiopsie
Hierbei werden aus tastbaren oder sonographisch sichtbaren Herden mit einer Nadel mehrere kleine Gewebeproben entnommen. Die Biopsie dauert nur wenige Minuten und wird in örtlicher Betäubung durchgeführt. In der Regel werden 5 Proben aus einem veränderten Gewebebereich entnommen.
Stereotaktische (mammographische) Stanz- oder Vakuumbiopsie
Hierbei werden Herde, die nur mammographisch erkennbar sind - meist handelt es sich dabei um sogenannte Mikroverkalkungen -, mit Hilfe einer digitalen Röntgenanlage und Computersteuerung lokalisiert. Die Patientin liegt dabei in Bauchlage auf einem speziellen Untersuchungstisch, der einen freien Zugang zur betroffenen Brust ermöglicht (Liegendstereotaxie-Tisch).
Eine andere Möglichkeit ist eine sitzende Position der Patientin am Mammographiegerät. Nachdem die genaue Lage des auffälligen Gewebebereichs mit Hilfe von Vergrößerungsaufnahmen in unterschiedlichen Winkelpositionen bestimmt wurde, wird die Brust mit einer Nadel punktiert. Durch eine Führungskanüle in der Nadel werden dann mehrere kleine Gewebezylinder mit Hilfe einer speziellen Vakuumvorrichtung entnommen.
Die Vakuumbiopsie ermöglicht die Gewinnung größerer zusammenhängender Gewebeproben. Dadurch wird die Sicherheit der späteren feingeweblichen Untersuchung verbessert.
Die Biopsie wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert etwa eine Stunde. Die meiste Zeit wird dabei für die Lagerung der Patientin und Lokalisation des Herdes benötigt. Die eigentliche Punktion dauert nur wenige Minuten. Von den entnommenen Gewebezylindern werden Röntgenaufnahmen angefertigt (Präparatradiographie), um sicherzustellen, dass die auffallenden Verkalkungen in der Gewebeprobe tatsächlich enthalten sind.
Offene Biopsie mit präoperativer Markierung
Für den Operateur nicht tastbare Herde, die mit keiner der vorgenannten Methoden biopsiert werden können, müssen vor einem operativen Eingriff markiert werden (präoperative Nadelmarkierung). Hierzu wird ein dünner Draht durch die Haut in die unmittelbare Nähe des auffälligen Gewebebereichs gelegt und die Lage des Drahtes mittels Ultraschall oder Mammographie-Aufnahmen kontrolliert. Die Aufnahmen stehen dem Operateur als „Landkarte“ zur Verfügung.
Präparatradiographie
Werden Befunde operativ entfernt, die nur mammographisch erkennbar sind - besonders im Falle von sogenannten Mikroverkalkungen -, wird das entnommene Gewebe mammographiert um im Präparat den auffälligen Gewebeherdnachzuweisen. Damit kann man sichergehen, dass der verdächtige Herd wirklich entfernt worden ist. (Präparatradiogramm)