Strahlentherapie

Die Strahlentherapie spielt eine wichtige Rolle bei der fachübergreifenden (interdisziplinären) Behandlung des Brustkrebses. Grundsätzlich zielt die Bestrahlung darauf ab, nach dem chirurgischen Eingriff eventuell noch in der Brust, der Brustwand oder in den Lymphabflusswegen verbliebene Tumorzellen zu zerstören.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben eindeutig belegt, dass es nach alleiniger brusterhaltender Operation (ohne Nachbestrahlung der Brust) bei 30- 40 Prozent der Patientinnen zu einem Wiederauftreten des Tumors (Rezidivwachstum) kommt. Dieses Risiko wird durch eine Nachbestrahlung der Brust auf 5-10 Prozent reduziert.

In weiteren Studien wurde versucht, unter den Patientinnen diejenigen herauszufinden, die aufgrund vermeintlich günstiger Prognosekriterien des Karzinoms keine Strahlentherapie benötigen. Alle diesbezüglichen Ansätze waren jedoch bisher nicht erfolgreich. Selbst bei älteren Patientinnen mit hormonrezeptor-positiven Tumoren von unter 1 Zentimeter Durchmesser trat trotz zusätzlicher Hormontherapie innerhalb einer Nachbeobachtungszeit von acht Jahren in etwa 15 Prozent der Fälle ein erneutes Tumorwachstum in der Brust auf. Nach zusätzlicher Strahlentherapie betrug die Häufigkeit dagegen nur noch 4 – 8 Prozent. In keiner der Untersuchungen konnten bisher eindeutige Kriterien definiert werden, die einen Verzicht auf die Bestrahlung nach brusterhaltender Operation rechtfertigen würden. Daher ist die Bestrahlung der Brust im Anschluss an eine brusterhaltende OP nach derzeitigem Wissensstand unverzichtbar.

Die Notwendigkeit einer Strahlenbehandlung der Brustwand nach vollständiger Entfernung der Brust beziehungsweise nach einer Bestrahlung der Lymphabflusswege ist dagegen nicht immer gegeben. Die Entscheidung, ob eine Strahlentherapie im Einzelfall vorteilhaft ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie etwa Tumorgröße und Lage innerhalb der Brust oder vom Ausmaß des Lymphknotenbefalls ab und wird individuell für jede Patientin getroffen. Je nach Befund wird gegebenenfalls vor der Strahlentherapie eine Chemotherapie durchgeführt. Eine eventuell notwendige Hormontherapie kann gleichzeitig mit der Strahlentherapie erfolgen. Die Indikation der Therapie richtet sich nach vorgegebenen medizinischen Leitlinien (S3-Leitlinien) und wird in interdisziplinären Konferenzen (Tumorkonferenzen) individuell für jede Patientin festgelegt.


 

 

 

 
 Das Brustzentrum Linker Niederrhein ist eine zertifizierte Gemeinschaftseinrichtung des Krankenhauses Bethanien Moers und des Wilhelm-Anton-Hospitals Goch
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